Publikationen der Sektion Baukunst

Das reich illustrierte Buch zur Ausstellung präsentiert erstmals die wichtigsten Skizzen, Entwürfe, Modelle und Projekte aus dem Lebenswerk des Architekten, der vor allem als protestantischer Kirchenbaumeister weltweit Anerkennung gefunden hat. Es dokumentiert die Phasen und die Vielfalt seiner Entwicklung von den ersten Bauten in der Kaiserzeit über die Visionen und Projekte im Umbruch vom Expressionismus in die Neue Sachlichkeit der Weimarer Republik bis hin zu seinem Engagement für eine Nachkriegsmoderne, die durch Phantasie und Selbstbescheidung die Baukultur der Bundesrepublik maßgeblich geprägt hat.
Ausstellung 31.3.–18.6.2017 Akademie der Künste, Berlin

Die Baukunst-Stipendiaten der Akademie Felix Lüdicke und Theresa Schütz schufen mit ihrer Intervention im öffentlichen Raum einen temporären Handlungs- und Begegnungsort im Berliner Hansaviertel. Sie bezogen Künstlerinnen und Künstler, Anwohnerinnen und Anwohner, Passantinnen und Passanten ein. Die Publikation dokumentiert ihre künstlerische Arbeit im Rahmen der Jungen Akademie 2015, die auch Beitrag zur Ausstellung "Demo:Polis – Das Recht auf öffentlichen Raum" (2016) war. Texte von Michael Bräuer, Nele Hertling, Christian Schneegass u.a.

Der Katalog zur Ausstellung beinhaltet Essays internationaler Experten und Fallstudien aus Architektur, Soziologie, Kunst und Urbanismus zur Neubestimmung des Öffentlichen Raums wie des Tempelhofer Felds in Berlin, des Trafalgar Square in London, des Campo de Cebada in Madrid oder des Brooklyn Bridge Park in New York. Gezeigt werden auch künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum sowie Ergebnisse eines internationalen Workshops und 3D-Tools zur Bürgerbeteiligung.
Texte von Frauke Burgdorff, Ricky Burdett, Susan Chin, Barbara Hoidn, Andrew Keen, Regula Lüscher, Florian Matzner, Jeanine Meerapfel, Cristiane Muniz, Cordelia Polinna, Alvaro Puntoni, Julio Cesar Perez, Bernhard Schneider, Renata Stih, Reinaldo Uriarte, Michael Van Valkenburgh, Fernando Viégas, Jörn Walter, Wilfried Wang, Blanca Zuñiga.

Die materialgerechte Konstruktion von Bauteilen und Bauwerken und die öffentliche Auseinandersetzung des Bauingenieurs Stefan Polónyi mit dem Tragverhalten von Stahlbetonkonstruktionen haben sich inzwischen zu einer Forderung nach einem "Paradigmenwechsel" entwickelt. Seine berühmtgewordene Kasseler Rede zur "Revision des Wissenschaftsverständnisses" von 1986 forderte ein induktives statt eines deduktiven Vorgehens sowohl in der Lehre als auch in der Forschung, womit er das starre Festhalten an der ursprünglich epochalen Elastizitätstheorie, die das Ingenieurwesen heute eher gängelt, kritisierte. Für viele bedeutende Architekten war Polónyi ein gefragter und geachteter Partner, besonders bei außergewöhnlichen Aufgaben. „Der Ingenieur soll dem Architekten nicht sagen, dass etwas nicht geht, sondern er soll ihm sagen, wie es geht!“ Seine Aussage, mit der er die Nützlichkeit, aber auch die Unausweichlichkeit der Schwerkraft kommuniziert, ist zum geflügelten Wort geworden.
Weitere relevante Themen – wie die historische Entwicklung des Bauingenieurberufs und seiner Berechnungsmethoden von Leonardo über Navier bis zu den genialen FEM-Spezialisten, die er kritisch begleitet, flankiert von Denkausflügen in Philosophie, Psychologie, Anthropologie bis hin zur schönen Literatur und zur Musik, verbunden mit einer „Entmystifizierung“ in allen Bereichen – behandelt dieses Buch in unterhaltsamer und häufig unkonventioneller Weise. Die Sammlung von Aufsätzen und Vorträgen aus ca. 50 Jahren Entwicklungsgeschichte eines Bauingenieurs ermöglicht Einblicke in das bemerkenswerte, enorme Denkgebäude eines Zeitgenossen. Polónyi sagt: "In einem lebenden System, das notwendigerweise auf gegenseitigem Vertilgen aufbaut, ist das eigene Dasein – wenn man denn darüber nachdenken kann – eigentlich eine Zumutung." Diese Zumutung hat der Bauingenieur Stefan Polónyi aufs Beeindruckendste gemeistert.

Verborgene und untergegangene Orte haben seit jeher die Menschen fasziniert. In der Entwurfsreihe „Berlin Unseen“ entwickelte Julian Busch architektonische Konzepte, um historisch bedeutsame Orte der deutschen Hauptstadt einer neuen Betrachtung zu unterziehen. Sie knüpft an die gewachsenen Besonderheiten dieser Orte an, gewinnt Inspirationen daraus und sucht phantasievoll Gestaltungen und Nutzungen für die Zukunft zu finden. In Zeichnungen, Modellen und Collagen werden diese eigenwilligen Ideen dargestellt, die kulturelle, historische, ökologische und technologische Interessen in einen räumlich erfahrbaren Zusammenhang bringen. Julian Buschs Entwürfe und Installationen wurden in Ausstellungen in London, Moskau, Kopenhagen, Bahrain und Deutschland gezeigt. 2012 erhielt er ein Berlin-Stipendium der Akademie der Künste. Das Buch enthält Texte von Karla Kowalski, CJ Lim und Christian Schneegass.

Mit Beiträgen von Ricky Burdett, William Curtis, Jochen Gerz, Nele Hertling, Kasper König, Michael Mönninger, Beatriz Plaza, Andrew Pratt, Matthias Sauerbruch, Jan Schütte, Ingo Schulze, Richard Sennett, Alan Thierstein, Manos Tsangaris, Wilfried Wang u. a.

Das Buch erkundet einen Schlüsselbereich des öffentlichen Raumes, das Stadion als Ort der Inszenierung von Massenveranstaltungen. Volkwin Marg beschreibt mit dem Architekturhistoriker Gert Kähler und mit Michael Kuhn die kulturhistorischen Wechselwirkungen von Sport, Architektur und Fankultur. Der Bogen spannt sich vom sakralen Hintergrund des Wettkampfes im Altertum zur heutigen Politisierung und Kommerzialisierung des Sportes. Die Autoren stellen Sport und Sportbauten in den Kontext gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge in der Antike, im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit.

Prompted by the UEFA EURO 2012 football championship, the Akademie der Künste, Berlin is dedicating this book to a key topic in the public realm: the stadium as a setting for mass events. In six chapters, Volkwin Marg, member of the Academy and a founding partner of gmp von Gerkan, Marg and Partners Architects – together with Michael Kuhn (gmp) and the architectural historian Gert Kähler develops the cultural historic interaction between sport, architecture and fan culture. The story begins with the competitions in ancient times with their sacral background, and leads to today’s Games with their political and commercial aspects. The authors place sport and sports buildings in the context of the social and political situation in antiquity, during National Socialist rule and in the post-war era: the stadium as a built reflection of social organization.

Gebäude werden immer mehr zu adaptiven Systemen, die sich an das Verhalten ihrer Nutzer und die Umwelt anpassen. Eine der kommenden Aufgaben für Architekten könnte nicht nur im Entwerfen energiesparender, weil anpassungsfähiger Gebäude bestehen, sondern auch darin, eine neue "digitale Sinnlichkeit" von Architektur zu entwickeln, die über die bloße Simulation der analogen Welt hinausgeht. Digital Utopia betrachtet das Thema über Disziplinengrenzen hinweg, mit Beiträgen von Philip Beesley, Cloud 9, Dunne & Raby, Gesche Joost, Philippe Rahm, realities:united, Karlheinz Steinmüller u. a.

Die Stadt des 20. Jahrhunderts wurde gegen die Landschaft gebaut. Die ökologischen Folgen heißen Klimawandel, Wasserknappheit und Artenschwund.  Die Stadt des 21. Jahrhunderts ist aus der Landschaft zu entwickeln. Nötig sind kreative und nachhaltige Lösungen - und eine neue emotionale Annäherung.
Zwei der "künstlichsten" Städte der Welt stehen im Mittelpunkt, Venedig und Las Vegas – beides vielkopierte Stadtmythen. Sie sind so verschieden wie die Landschaften, in denen sie entstanden sind – Wasser und Wüste. Heute weisen sie erschreckende Parallelen auf. Historische und aktuelle Dokumente, Fotografien und Pläne erzählen die Geschichte beider Städte und ihrer Umgebung: eine Geschichte von kluger Nutzung und von überheblicher Zerstörung, von zukunftsfähigen und von gescheiterten Strategien der Stadtentwicklung. Der US-amerikanische Fotograf und Pilot Alex S. MacLean hat Venedig und Las Vegas aus der Luft aufgenommen.  Dem stehen Projekte von Landschaftsarchitekten aus Israel, Frankreich, China, Spanien, Italien, aus den USA und aus Deutschland gegenüber, die neue Wege zur Kultivierung oder Sanierung von Landschaft beschreiten.

Der Band dokumentiert Zeitzeugengespräche aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Interbau 1957 in der Akademie der Künste. Die Berichte und Erfahrungen der Vertreter der Aufbaugeneration des Hansaviertels und die im anschließenden Fachsymposium dargelegten Forschungen und Erkenntnisse der Vertreter der Wissenschaft bildeten eine ertragreiche Synthese. 

Die Raumbilder sind die Träume der Gesellschaft. Wo immer die Hieroglyphe irgend eines Raumbildes entziffert ist, dort bietet sich der Grund der sozialen Wirklichkeit dar.“ Siegfried Kracauer, 1929 _RAUM kann ein Gegenstand begreifenden Denkens erst werden, wenn RAUM nicht mehr als selbstverständlich gilt und zugleich wahrgenommen wird, daß RAUM von den gesellschaftchen Prozessen der jeweiligen Epoche geprägt wird, genau wie die vermeintlich für prägend gehaltenen städtebaulichen Leitbilder. Wie dieser RAUM strukturiert, genutzt, bewertet und nicht zuletzt wahrgenommen wird, unterliegt geschichtlichem Wandel. Zu hinterfragen war zum einen die moderne RAUM-Bildung, die baulich oft Bedeutsames, aber kaum einen städtischen RAUM schaffen wollte, sondern eine Stadt-Landschaft, zum anderen der RAUM-Bildungs-Versuch einer post- oder neomodernen Rückkehr zum gründerzeitlichen Modell von Stadt (beides im engen Umfeld der beiden Akademie-Standorte exemplifiziert) und endlich, was aus dem sozialen RAUM der Stadt zu werden droht, sobald er dem Markt, das heißt blinden Verwertungsinteressen und der wachsenden Ohnmacht staatlicher und kommunaler Politik, überlassen wird.