ERICH WONDER – T/RAUMBILDER FÜR HEINER MÜLLER

Akademie der Künste, Pariser Platz

Ausstellung: 16.1. – 13.3.2022

Mitte der 1970er Jahre trafen der Dichter Heiner Müller und der Bühnenbildner Erich Wonder am Schauspiel Frankfurt zum ersten Mal aufeinander. Es entstand eine Arbeitsfreundschaft, die bis zu Müllers Tod andauern sollte. Geprägt waren beide Künstler von unterschiedlichsten politischen und ästhetischen Erfahrungen, eine Fremdheit, die produktiver Motor ihrer Zusammenarbeit wurde. Während der Burgenländer Erich Wonder vor dem Hintergrund der politischen Auseinandersetzungen in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Realität der Städte in die schwarzen Kästen der (west-)deutschen Stadttheater brachte, stießen die Stücke des Sachsen Heiner Müller an die Grenzen der kleingeistigen DDR-Kulturpolitik. Müllers Wirkung strahlte schnell über den deutschen Sprachraum hinaus, er wurde zu einer wichtigen intellektuellen Größe der europäischen Kultur. Die solitäre Begegnung dieser beiden Künstler führte zu Theaterarbeiten, die Maßstäbe setzten, weil sie die politische Entwicklung in beiden Teilen und im wiedervereinigten Deutschland auf ästhetisch atemberaubende Weise spiegelte. Die Ausstellung am Pariser Platz zeigt diese Arbeitsprozesse in größtenteils zum ersten Mal präsentierten Bildern, Objekten, Skizzen und Filmen, sie macht das Denken zweier Ausnahmekünstler sichtbar – eine Erinnerung für die Zukunft.