Marcel Odenbach, Im Schiffbruch nicht schwimmen können, 2011, Filmstill © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, courtesy of Galerie Gisela Capitain, Stampa Galerie und Videoart at Midnight Edition

Koloniales Erbe. Marcel Odenbach: Im Schiffbruch nicht schwimmen können

Ausstellung

In Marcel Odenbachs Film Im Schiffbruch nicht schwimmen können sitzen drei Afrikaner im Pariser Louvre vor einem der bekanntesten Gemälde des Museums – das Floß der Medusa von Théodore Géricault – und hängen ihren Gedanken nach. Das Bild zeigt einen jener Augenblicke, in dem die Menschheit auf ihren bloßen, brutalen und gnadenlosen Überlebenswillen zurückgeworfen ist: Am Ende waren nur 15 der ursprünglich 174 auf dem Floß befindlichen Überlebenden der noblen französischen See- und Kolonialmacht übrig. Dem Wahnsinn verfallen, ausgedörrt und ausgehungert hatten sie Meuterer geschlachtet, ihre Kameraden verspeist, die Schwächsten getötet – und kamen weiter.

Marcel Odenbach, geboren 1953 in Köln, lebt in Berlin und Cape Coast, Ghana, und arbeitet in Berlin und Köln.

26.1. — 24.2.

Videoinstallation

Täglich 11 – 19 Uhr

Eintritt frei

Weitere Informationen

Koloniales Erbe