12.2.2024

Akademie der Künste trauert um Karl Horst Hödicke (1938 – 2024)

„Der Maler ist gegangen, seine Malerei bleibt!“ (Bernd Koberling)

Der Künstler Karl Horst Hödicke ist am 8. Februar in Berlin verstorben. Er wurde 1980 zum Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin (West) gewählt und blieb nach der Vereinigung der Künstlersozietät im Jahre 1993 Mitglied der Sektion Bildende Kunst, während andere west- und ostdeutsche Künstler*innen austraten.
1938 in Nürnberg geboren, kam Karl Horst Hödicke 1957 nach Berlin. Nach seinem abgebrochenen Architekturstudium wechselte er an die Hochschule der Künste Berlin (HdK) und studierte Malerei bei Fred Thieler. Hödicke war 1966/67 in den USA, wo er experimentelle Kurzfilme produzierte; 1968 hatte er ein Stipendium in der Villa Massimo in Rom. 1974 bis 2005 lehrte er als Professor an der Hochschule der Künste Berlin (UdK Berlin). In seiner Malereiklasse studierten u.a. Helmut Middendorf, Barbara Heinisch, Salomé, Cheng Yuzheng und Jan Muche.
Als Vertreter der Neuen Figuration war der Maler, Filmemacher und Bildhauer in der nachkriegsdeutschen Kunstszene Teil der kontrovers geführten Debatten über gegenständliche Kunst, die im Vergleich zur Abstraktion als reaktionär und rückwärtsgewandt galt. Gemeinsam mit seinem Künstlerfreund Bernd Koberling und weiteren war Hödicke Mitglied der 1960 gegründeten neoexpressionistischen Gruppe „Vision“. 1964 war er Gründungsmitglied der legendären Produzentengalerie Großgörschen 35.
Bernd Koberling, ebenfalls Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, erinnert sich an viele lebhafte Diskussionen über neue Bildmöglichkeiten und an die gemeinsame Erfahrung, die eigenen Bilder 1981 in der internationalen Ausstellung „A New Spirit in Painting“ in der Londoner Royal Academy zu sehen. Auch habe Markus Lüpertz einst an einer nächtlichen Tafel gesagt, als er die Eigenarten seiner Malerfreunde charakterisierte: „Horst ist der, der am schnellsten zum Bild kommt“. „Bei Hödicke“, so Koberling weiter, „vereinte sich mit Leichtigkeit die Spannung von Inhalt und Bildkonstruktion, dank seiner besonderen Intuition und Empfindsamkeit.“

Die Akademie trauert um ihr Mitglied.                            

Jeanine Meerapfel
Präsidentin der Akademie der Künste